Der Frappé: Wie ein verschütteter Kaffee 1957 zur griechischen Ikone wurde
Manchmal entsteht eine ganze Nationalikone aus reiner Verzweiflung. Thessaloniki, September 1957, Internationale Messe: Ein Nestlé-Vertreter namens Dimitris Vakondios möchte in seiner Pause einfach nur seinen gewohnten löslichen Kaffee trinken. Problem: kein heißes Wasser weit und breit. Am Stand steht aber ein Shaker – eigentlich gedacht, um einen Kinder-Kakao blitzschnell aufzuschäumen. Vakondios kippt Kaffeepulver, kaltes Wasser und Eiswürfel hinein, schüttelt kräftig – und bekommt einen Anzug voller Kaffeeschaum und, ohne es zu ahnen, die Erfindung, die Griechenland für immer verändern sollte.
Der Frappé war geboren – völlig zufällig, ohne Marketingplan, ohne Erfinder-Ambitionen. Erst um 1979 bekam das Getränk seinen offiziellen Namen und wurde durch gezielte Nescafé-Werbekampagnen zum inoffiziellen Nationalgetränk der Griechen. Bis heute ist die Zubereitung fast rührend simpel: löslicher Kaffee, Zucker, ein Schuss Wasser – kräftig geschüttelt, bis eine dicke, hellbraune Schaumkrone entsteht, dann aufgefüllt mit Eiswürfeln, kaltem Wasser und nach Wunsch etwas Milch. Kein Espresso, keine teure Maschine, kein Filter – nur ein Shaker und pure Sturheit.
Was den Frappé bis heute besonders macht, ist sein Lebensgefühl: langsam trinken, durch den Strohhalm, stundenlang am selben Glas, während um einen herum das Leben weiterläuft. Genau dieses entspannte, sommerliche "kein Stress"-Gefühl hat sich Griechenland zu eigen gemacht – lange bevor Dalgona-Kaffee oder Instant-Kaffee-Trends aus den USA als große Neuentdeckung gefeiert wurden. Wer heute nach Griechenland reist und stolz seinen selbstgeschlagenen Instant-Kaffee postet, erfindet im Grunde nur nach, was ein gestresster Messe-Mitarbeiter schon 1957 herausgefunden hat.
Bei uns bekommt ihr euren Frappé natürlich mit heißem statt zufälligem Wasser – aber genauso schön geschüttelt. Und während ihr ihn geniesst: Nur noch 5 Tage bis zu unserem Drachmen Fest am 29.09. – live Musik, Preise wie 1960! Und merkt euch schon jetzt: Vom 04. bis 15.10. machen wir Betriebsurlaub, ab dem 16.10. sind wir wieder für euch da.





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