top of page

Meraki – Das griechische Wort, das kein Wörterbuch richtig übersetzen kann

vor 3 Tagen
2 Min. Lesezeit

Es gibt Wörter, die man nicht übersetzen kann – man kann sie nur erklären. "Meraki" ist so ein Wort. Griechen benutzen es, wenn jemand etwas nicht nur tut, sondern etwas von sich selbst hineinlegt. Wenn die Oma den Tisch deckt, als käme der Präsident zu Besuch, obwohl es nur die Familie ist. Wenn der Fischer sein Boot streicht, obwohl es niemand außer ihm sehen wird. Wenn eine Köchin das Auberginenpüree zehn Minuten länger rührt, weil "so schmeckt es einfach richtiger".

Man sagt auf Griechisch: "Το έκανε με μεράκι" – "Er/sie hat es mit Meraki gemacht." Es ist kein Talent, keine Technik, kein Rezept. Es ist die unsichtbare Zutat, die den Unterschied macht zwischen einem Essen, das satt macht, und einem Essen, das man nie vergisst.

Sprachforscher vermuten, dass das Wort ursprünglich aus dem Türkischen "merak" kommt – Neugier, Leidenschaft, ein brennendes Interesse an etwas. Doch im Griechischen bekam es eine eigene, wärmere Bedeutung: nicht die Leidenschaft für eine Sache, sondern die Leidenschaft, die man in eine Sache legt. Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.

Das Faszinierende ist: Meraki lässt sich nicht erzwingen und nicht abkürzen. Man kann kein "Meraki-Gewürz" kaufen. Man kann es nicht in einer Kochschule lernen. Es entsteht nur, wenn jemand Zeit gibt, wo Zeit eigentlich nicht "produktiv" ist – wenn die Sauce noch zehn Minuten länger köchelt, obwohl es auch schneller ginge, oder wenn der Teller so angerichtet wird, als würde ihn jemand fotografieren, obwohl das niemand tut. Genau deshalb ist es in einer Welt voller Zeitdruck und Fertigprodukte so selten geworden – und genau deshalb erkennt man es sofort, wenn man ihm begegnet.

Bei uns in der Küche der Mastiha Mezedopolio ist Meraki keine Floskel auf der Speisekarte, sondern der Grund, warum manche Gerichte einfach länger dauern als nötig – und warum wir das gut finden. Ob es der Tzatziki ist, der über Nacht ziehen darf, oder das Lamm, das langsam schmort, statt schnell zu garen: Wir glauben, man schmeckt den Unterschied, auch wenn man das Wort dafür nicht kennt. Komm vorbei in die Arndtstr. 12 und probier selbst, ob du es herausschmeckst.

 
 
 

Kommentare


Abo-Formular

Vielen Dank!

030 612 85 386

  • Instagram
  • Facebook
  • YouTube
  • TikTok

©2021 Taverna Restaurant Mastiha  Designed by Panagiotis 

bottom of page