Meze: Warum am griechischen Tisch niemand die Hauptrolle spielt
In Deutschland gibt es fast immer eine klare Hierarchie auf dem Teller: ein Hauptgericht, dazu ein bisschen Beilage. Der Star steht fest, bevor die Gabel überhaupt in der Hand liegt. In Griechenland ist das anders — und das liegt nicht nur am Geschmack, sondern an einer über 2.000 Jahre alten Idee.
Das Wort "Meze" kommt ursprünglich aus dem Persischen ("mazze" = Geschmack), wanderte über das Osmanische Reich ins Griechische und wurde dort zu etwas ganz Eigenem: einer Art, gemeinsam zu essen, bei der kein einzelnes Gericht die Hauptrolle beansprucht. Tzatziki, Dolmadakia, gegrillter Oktopus, Saganaki — alles steht gleichzeitig auf dem Tisch, alles ist gleich wichtig, jeder greift zu, wann er will.
Aber die eigentliche Wurzel liegt noch tiefer, im antiken Griechenland. Das "Symposion" (wörtlich: "zusammen trinken") war weit mehr als ein Gelage — es war ein sozialer und philosophischer Raum, in dem Wein, kleine Speisen und Gespräch untrennbar verbunden waren. Platon hat einen seiner wichtigsten Dialoge genau danach benannt. Am Symposion-Tisch gab es keinen Ehrenplatz für ein einzelnes Gericht — nur einen Kreis von Gleichen, die sich Zeit nahmen. Meze ist, könnte man sagen, das Symposion, das bis heute überlebt hat — nur ohne die langen Reden über die Liebe.
Genau das macht Meze zu etwas fast Demokratischem: Niemand bestellt "sein" Essen und verteidigt es mit der Gabel. Man teilt, verhandelt, tauscht — das Essen wird zum Gespräch.
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Bei uns in der Arndtstraße füllen wir den Tisch übrigens genau so: mit vielen kleinen Tellern, viel Gesprächsstoff und keiner Hierarchie. Nur noch 3 Tage bis zum Drachmen-Fest am 29.09.! Und Save the Date: Vom 04.10. bis 15.10. machen wir Betriebsurlaub — ab 16.10. sind wir wieder für euch da, mit noch mehr Meze auf dem Tisch.





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