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Wenn die Sprache nach Olivenöl schmeckt: Griechenlands flüssiges Gold

25. Sept.
2 Min. Lesezeit

In Griechenland nennt man Olivenöl gerne „το υγρό χρυσάφι“ – das flüssige Gold. Aber die wahre Macht dieses Öls zeigt sich nicht nur auf dem Teller, sondern auch in der Sprache selbst.

Wer in Griechenland ausdrücken will, dass jemand etwas geschickt geregelt hat – eine Behörde besänftigt, ein Problem elegant gelöst –, der sagt: „Το λάδωσε.“ Wörtlich: „Er hat es geölt.“ Die Redewendung stammt direkt aus der Küche: So wie ein quietschendes Scharnier durch einen Tropfen Öl plötzlich lautlos gleitet, so gleiten auch zwischenmenschliche Reibungen, wenn man sie „ölt“ – mit einem Lächeln, einem Gefallen, manchmal auch mit … nun ja, wir lassen das mal so stehen.

Diese sprachliche Verwurzelung ist kein Zufall. Schon der athenische Staatsmann Solon erließ vor über 2.500 Jahren Gesetze zum Schutz der Olivenbäume – wer einen fällte, wurde bestraft. Bei den antiken Olympischen Spielen wurden die Athleten mit Olivenöl eingerieben, und die Sieger erhielten einen Kranz aus Olivenzweigen, nicht aus Gold. Öl war wertvoller als jedes Metall: Man zahlte damit Steuern, bewahrte es in Amphoren wie einen Schatz, und noch heute nennt man in manchen griechischen Dörfern besonders wohlhabende Familien scherzhaft „λαδάτοι“ – „die Geölten“.

Auch in der Küche zeigt sich diese Ehrfurcht. „Λαδερά“ heißen die klassischen griechischen Gemüsegerichte, die langsam in reichlich Olivenöl geschmort werden – nicht trotz, sondern wegen der großzügigen Menge Öl, die dem Gericht erst seine Seele gibt. Ein Grieche, der beim Kochen mit Öl spart, gilt nicht als sparsam, sondern als jemand, der dem Essen etwas schuldig bleibt.

Bei uns im Mastiha verwenden wir es genau so: großzügig, nicht gespart. Ob über den Horiatiki-Salat, die gegrillten Auberginen oder das frisch gebackene Brot – ein guter Schuss kaltgepresstes Olivenöl gehört bei uns nicht zur Deko, sondern zur Aussage: Wir haben es gut mit dir gemeint.

Kommt vorbei und probiert es selbst – und vergesst nicht: Nur noch 4 Tage bis zu unserem Drachmen-Fest am Dienstag, den 29.09.! Und ab dem 4. Oktober gönnen wir uns eine kleine Pause – wir sind vom 4. bis 15. Oktober im Betriebsurlaub und freuen uns, euch ab Freitag, den 16. Oktober, wieder bei uns begrüßen zu dürfen.

 
 
 

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